OMAR TA SATT ihr Lieben alle – es gibt Tage, an denen weiß ich, dass ich im Innen Altes loslassen sollte um Neuem die Tür zu öffnen. Doch ab und an klemmt’s … und dann  fühle ich, dass es gut wäre, die bekannten Wege zu verlassen und neue Wege zu gehen – draußen in der Natur.

Gestern war so ein Tag und ich hab noch schnell Briefe zur Post gebracht und bin dann los Richtung Brünnstein. Bis zu einem Punkt ist er mir bekannt, der Weg, den Brünnstein hoch. Doch dann geht’s neue Pfade entlang. Und wie immer sind mein Hundekind und ich mit nix außer dem Autoschlüssel und dem Handy los … wobei das Handy immer mehr als Fotoapparat dient – und als Verbindung zu meinem lieben großen Schulkind … je nachdem, wie lang die Wege werden.

Wasser gibt es unterwegs immer zu finden und auch Wildkräuter und essbare Blüten wäre da, wenn der kleine Hunger sich melden würde … doch meist tut er das nicht mehr.

Also los … erst den Forstweg hoch, dann die Abkürzung bis zu zweiten oberen Almwiese und dann wieder den Forstweg hoch. Alles recht unspektakulär und doch fühle ich, dass etwas besonderes auf uns wartet – naja – auch mich … ich weiß nicht, ob mein HundeKind Landschaften als schön oder weniger schön empfindet.

Das erste Wunder war für mich die Öffnung vom Wald Richtung Hochalm … RichtigHochAlm … mit einer Vegetation, die einfach noch einmal die Frühlingsbeginn in mein Leben holte. Doch was machte die Sonne, außer vom Himmel durch die Nebelschwaden scheinen und dabei ihre Strahlen zeigen?

Sie wurde durchsichtig … wirklich durchsichtig, denn sie stand dort am Himmel, wo die Wolke vor dem blauen Hintergrund sichtbar war. Gesehen hab ich das erst Zuhause auf dem Bild, doch die Magie des Ortes dort war so spürbar.

Und dann ging es nach einem Bad im kleine Tümpel weiter den Berg hoch bzw. die Hochebene hinauf. Stille war dort – Sonne – Blumen – ein sanfter Wind und die Wolken folgten uns … sehr sogar … ein wenig mulmig wurde mir da schon … dichte Wolken folgten uns aus dem Tal und sichtbar auch dicht und in Mengen. Doch kenne ich ja auch die Kraft, die die Wolken zurückweichen lässt, bis ich wieder im Auto bin und auf die hab ich mich einfach verlassen.

Also weiter – der Sonne und dem Brünnstein entgegen. Wir kamen an das scheinbare Ende des Weges und ich entschied mich, einfach weiter nach oben zu gehen – naja – nach oben zu steigen. Den Wiesenhang Richtung oben und GrasGipfelGrat (von dem ich noch nichts wusste) zu folgen. 

So kamen wir immer mehr über den Wolken an und der Wind lies mich spüren, dass an dieser Stelle erst einmal die Wolken eine andere Richtung nehmen würden. AN’ANASHA.

Oben auf dem Grad war es so wunderschön – rundum Aussicht in alle Richtungen und der Schnee aus der dritten bis siebten Alpenreihe leuchtete. Die BlumenKinder dort oben leuchteten. Die Sonne auch und der Wind war schön erfrischend. 

Doch wie sollte es weitergehen … mir war von oben schauend klar geworden, dass der Weg unterhalb über die Wiese geführt hätte und dann unterhalb des langen BrünnsteinGipfels verlaufen wäre … da oben wo wir waren waren Spuren auf dem Grad – doch wo wollte ich denn hin? 

Ich blickte lange die „andere Seite“ hinab und hinunter und fühlte „da will ich runter … dort unten in dieses HochTal, genau dort will ich hin!“ und gleichzeitig fragte ich mich „Schaffe ich, schaffen wir das?“

Ohje … ich mache ja öfter mal gewagte Dinge, doch dieser Hang war steil – Wiese – und doch steil. Und doch leuchteten die Möglichkeiten auf … es müsste gehen – mit Mut und Achtsamkeit und Geduld und eben langsam. Schritt für Schritt, mal gestützt und am auch auf dem Popo rutschend … und das HundeKind? Da war ich sorgenfrei … runter ist immer mit Spaß verbunden … es war ganz in seinem Element.

So haben wir uns dann dran gemacht und mir fällt gerade auf, dass ich die Bilder vom Hang gar nicht hergeholt habe … Sowas … ich glaub, die darf ich noch holen. So … da sind sie.

Und dann kam sogar noch der Schnee mit ins Spiel … Schneereste – und um sie herum eine Vegetation, die dem Frühlingserwachen entsprach. Gleich neben den Schneeresten viele viele viele Schlüsselblumen. Wie hab ich mich gefreut. Und immer wieder rief ein Murmeltier … es war ein Warnruf, weniger eine freundliche Begrüßung – doch waren sie hörbar, dieser wunderbaren Tierwesen und das freute mich so. Eidechsen gab es dort oben auch – sie lagen auf den Felsen in der Sonne. Ich war beim Schnee – oder?

Ich glaub, auf dem Bild wird sichtbar, wie steil der Hang war. Und wie gut tat die Kühle von unten und die Wärme von oben. Lange haben wir dort gesessen bzw. gelegen.

Und dann ging es der Hochalm entgegen – und dem Zauberwald der von oben sichtbar war. Wundersame Landschaften aus Steinen – hm – Felsen, Bäumen, Büschen, Pflanzen, Naturwesen und Tieren.

Und dann diese Wiese mit dem Almhütten und vor allem diesem Meer an Blüten und Blumen und Farben und Schmetterlingen und überhaupt diesem Meer an Einzigartigkeit. Da wusste ich wieder, dass es das Paradies schon gibt und ich es finde, auch wenn ich es nicht suche. Einen Brunnen gab es auch und damit Wasser für Mensch und Tier. Und wieder viel viel Stille. Wunderbare Stille. Und auch Einsamkeit. Wobei dort oben niemand einsam ist …

Dort oben gibt es so viel Leben … so viel. Und dann ging’s wieder Richtung unten … Richtung Auto. Vielleicht hätte ich länger dort oben bleiben sollen – das überlege ich hinterher ja immer wieder. Ein anderes Mal. Ich werde wieder dort oben sein. Den Weg hochsteigen, den wir runter gelaufen sind … einen wunderschönen schmalen Pfad … nicht immer einfach … doch machbar. Und dann unten, an der Stelle des Weges, die ich schon öfter mal besucht habe, dort zeigte sich ein Adler am Himmel – einer, der es gerade etwas weniger leicht hatte, denn er wurde von zwei Krähen angegriffen oder verjagt – wie auch immer. Wie dieser Adler habe ich mich vor meinem Weg gefühlt – oder eher ähnlich. Es war wie ein Sinnbild und ich wusste wieder „gehe deinen Weg – triff deine Entscheidung – reflektiere in Liebe – sei weniger streng zu dir und liebe dein Tun, auch wenn andere es nicht verstehen.“

Und so hab ich die eine Entscheidung treffen können … und auch wenn es keine leichte war, fühl ich mich wieder frei. 

Und wer jetzt fragt „Adler?“ Oh ja – es ist nicht das erste Mal, dass ich meine und denke und dann auch daran zweifele, dass mein Sehen und Wahrnehmen richtig ist. Doch gestern war das Tier so nah, dass ich es fast hätte berühren können. Ich habe seine Augen gesehen, seine FederFormationen und seinen Rücken. Ein Steinadler. Eindeutig.