… fielen vom Himmel und jeder für sich machte sich so seine Gedanken, wohin sie wohl kommen würden. Je nachdem, welches Alter der Regentropfen trug war er voller Spannung und Erwartung oder voller Neugierde und auch ab und zu voller Ungewissheit.

War es richtig, sich wieder einmal einfach fallen zu lassen und zu schauen, was geschieht?

War es überhaupt richtig sich fallen zu lassen und im Strom der fallenden Tropfen getragen vom Wind sich dem Planeten Erde zu nähern?

Wäre es nicht ratsamer gewesen, dem Rat der Wolken oder auch dem WolkenRat zu folgen und im weißen Licht der Gemeinschaft zu bleiben anstatt sich denen anzuschließen, die das Grau schon mehr in sich trugen – Schwere, die Kraft des Fallens, des SichLosLösens und des Weges in etwas Neues hinein?

Naja – genau genommen war es ja immer nur ein Ausflug, der irgendwann wieder zurück ins Weiß der sanft gleitenden KumulusKinder führen würde … doch was würde dieser Ausflug alles mit sich bringen?

Es gab ja so viele Möglichkeiten … Bachläufe könnten das Ziel sein, Flussläufe, Seen und Teiche. Pfützen und Regentonnen. Blumenkübel, Hausdächer, Straßen und Gärten. Bäume, Felle der Tiere oder Blütenköpfe. Selbst auf Mülltonnen gab es Landeplätze und sogar auf Strommasten und Kirchturmspitzen. 

Diese hier sind bei uns auf der Dachterrasse gelandet und haben sich dann an die Stahlhocker angeschmiegt und sich unsere Welt so lange angeschaut, bis die Sonnenstrahlen oder die Wärme der Luft sie mit sich fortgetragen haben … auf in das Unsichtbare – hinein in die Weite der Athmosphäre – hinauf zu den Wolkengeschwistern und auf in eine neuen Zyklus des Seins.

Ob sie wohl eines Tages wieder hier bei uns sein werden? Oder kann es sein, dass sie ihren Geschwistern von uns erzählen und bald noch mehr Tropfen zu Besuch kommen? Hm … ob es so etwas wie ein Tropfengeflüster gibt? 

Sicher, oder? 

Naja – während ich darüber nachdenke, ob ich das Flüstern der Tropfen schon einmal wahrgenommen habe fühle ich ein sanftes Kichern und sehe mich mit dem Hundekind durch den Regen spazieren gehen. Das machen wir doch so gerne. Und dabei fällt mir auf, dass auch ich dann ein LandePlatz für RegenTropfenKinder bin. Wie ist das schön! Und wenn ich an Spaziergänge im Regen denke, dann kommt in mir eine  Freude auf. Es ist immer so schön draußen, wenn es regnet. Besonders schön ist es dann. 

Ja – und jetzt weiß ich es wieder – das Schöne am Regen ist das Flüstern der Tropfen, voller Liebe und Sanftheit, losgelöst von allem was ist und im vollen Vertrauen, dass jeder Zyklus wunderschön ist und im Beginn eines neuen, noch schöneren Zyklus endet.