OMAR TA SATT ihr Lieben alle … wir haben bewegende Tage hinter uns … gerade ich … ich meine ich und durch mich auch meine Liebsten hier um mich herum. Ja … was geschieht, was kann geschehen wenn man sich tief mit seinem inneren Mann verbindet und eeeeendlich wahrnimmt, dass der Gute doch so manches Schloss (Vorhängeschloss) an einer Kette um sich gebunden trägt und plötzlich alle Schlüssel da sind, um diese zu öffnen … jaaa … 

Hätte ich gewusst, was sich hinter den Schlössern für Schätze öffnen, hätte ich wohl eines nach dem anderen geöffnet – doch so hab ich sie alle nacheinander geöffnet und keine Stunde später saß ich in einem Meer von Tränen und in einer Flut von emotionalen Altlasten, die sich endlich ihren Weg nach außen bahnen konnten … und außerdem war WeinFest im Dorf … also ein Fest, an dem auch einen Tag lang feste geweint werden darf – oder?

Auf jeden Fall war’s irgendwann gut und meine Lieben hatten schon länger den Wunsch endlich Blaubeeren pflücken zu gehen. Und BeerePflücken find ich klasse … also los. Mein Schatz hatte schon geschaut, ob der BlaubeerenWald voller Blaubeeren war und ich hatte nach seinen Worten von „super viele“ mein eigenes Bild von super vielen Blaubeeren … so von schwups ein Töpfchen voll  und mit schwupsschwups das Zweite … hatte er doch in seiner Kindheit und Jugend wohl immer wieder im Wald Blaubeeren gesammelt und von daher war ich guter Dinge und in voller Freude auf superviele Blaubeeren und schwupsschwupsschwups drei Töpfchen voll.

Ja – und dann kamen wir bei den Blaubeerpflanzen an. „Ist das eine Fülle an Beeren hier!“ hörte ich und blickte suchend in die grünen Pflanzen. Viel grün und ab und zu etwas Blaues … hm … ich hatte doch wenig grün und viel viel Blau im Sinn. Ich äußerte ein wenig meine Sichtweise und hörte dann, dass es wirklich viele seien – so im Vergleich zu früher einfach nur wundervoll erfüllend.

Gut – ich hatte am Tag davor für genug Drosselung der Lebensfreude gesorgt, also freundete ich mich nur still moppernd mit den drei bis fünf Beeren pro Pflanze an und sammelte sie in mein Schlächen. Ja … und so wurde es erst wieder laut in mir und ich sah überall Erdbeeren vor mir … rote dicke saftige reife Erdbeeren … schwups ein Korb voll … schwupsschwups der zweite voll … halt was in der Hand und im Korb … wie einst auf den Erdbeerfeldern rund um Hamburg.

Doch in mir war etwas, was mich daran erinnerte, im Hier und Jetzt Freude zu haben und so hab ich die Naturwesen gefragt, ob sie mir die Stellen zeigen, an denen dreißig bis fünfzig Blaubeeren an einer Pflanze reif hängen. Ja – und schwups war das erste Körbchen voll und ich saß auf dem Waldboden und freute mich über die kleine blaue Fülle. 

Irgendwann nach dem Ausleeren des Körbchens hab ich dann bei meinem Schatz vorbeigeschaut und er hat sich wieder so über seine BlauBeerFülle gefreut, dass es einfach nur schön war, ihm zuzuschauen – voller Hingabe und Liebe zu jeder Beere. Und dann hab ich ihm die Pflanzen gezeigt, an denen doch so viel mehr hingen und das Pflücken so einfach und erfüllend war. Jaaa … da hatten wir beide solche Freude am Tun und Sein im Wald, dass ich einfach mal eine Pflückpause gemacht hab und mit dem Hundekind die Stille des Ortes genossen hab.

Später dann kam mein Kind von seiner PfückTour zu uns und war voller Freude … „da hinten sind nicht nur dreißig bis fünfzig an jeder Pflanze – es sind noch viel mehr und das in dick und groß!“ Es strahlte.

Und später dann zuhause haben wir festgestellt, dass wir echt viele viele Blaubeeren gesammelt haben … 

Heute war ich mit dem HundeKind draußen in den Feldern und plötzlich stand ich vor einem Baum mit reifen Mirabellen … wie schön, dass ich immer Tüten in der HosenTasche hab. Und so war in einem Schwups eine ganze Tüte voll. Ein Stück weiter waren viele reife Himbeeren zum SofortEssen und ich hab meine Bilder von den Erdbeeren losgelassen und mich immer wieder über die Fülle des Lebens gefreut. 

Und das jeder sein ureigenes Bild zu den Worten eines anderen in sich trägt, mit sich trägt und durch es hinaus in die Welt schaut ist mir einmal mehr ganz deutlich geworden.

Gut – vielleicht gehen wir morgen noch einmal Blaubeeren sammeln – oder doch Erdbeeren pflücken? Schauen wir mal, woran wir alle Freude haben werden.