“Guten Morgen!” sage ich sanft zum Traumfänger – noch hängt er einfach still in der Morgendämmerung – noch dabei, sich von seiner nächtlichen Aufgabe wieder zu sammeln und den Tag zu begrüßen.
Ich merke, dass ich zu früh bin und er mir erzählen wird, wenn er im Sonnenlicht mit dem Wind tanzen kann.

Und genauso ist es.
Putzmunter wartet er auf mich … wobei warten … nein, sicher wartet er nicht. Er ist einfach. Er tanzt im Sonnenlicht mit dem Wind. Er lebt den Moment – frei von Wollen&Warten … frei von Sollen&Müssen. Und so sage ich ihm noch einmal “Guten Morgen!” und er antwortet mir mit seinem Tanz.
“Geht’s dir gut?” fragt er mich – oh … er weiß … “Klar weiß ich … ich fühle … ich sehe dich … ich kennen dich!” Also hilft drumrumreden nix … ehrlich sein ist fein … und keine Masken mehr tragen auch. Da schmunzelt er … wobei schmunzeln … ich nehme seine Freude wahr – seine Freude an meiner Wahrheit und ich vernehme “Ja – schau genau hin – fühle fühle und fühle und fühle noch tiefer … noch tiefer und noch noch noch tiefer!”
Puh … ja … er hat sooo recht. Denn ich darf tief in mir fühlen und erfahren, woher meine Träume kommen – woher meine Wünsche stammen – woher das kommt, wofür ich hier gerade bin.
Ist es meins … kommt es von innen? Kommt es von außen? Kommt es von Außen ins Innen und hat sich so tief in mir verankert, dass ich nicht wirklich mehr unterscheiden kann, was nun meins ist und was nicht?
Was möchte da gerade entdeckelt werden um von mir entdeckt zu werden?
Und während der Traumfänger tanzt, beginne ich auch zu tanzen – mich zu bewegen … meinen Rhythmus zu fühlen.
“Tut gut, oder?” vernehme ich da.
“Oh ja!” antworte ich.
“Nimm’s nicht so tragisch!” spüre ich.
“Stimmt – danke, dass du mich erinnerst!”
“Gerne – dafür bin ich da! Schließlich ist es auch für mich schöner, wenn ich dich immer mehr ins Land deiner wahren Träume begleite anstatt in der Illusion zu schauen, dass sie dich nicht ganz auffrisst!”
“hm … so schlimm?”
Der Traumfänger schmunzelt … “nee – genau geschaut nicht so schlimm … doch du Mensch kommst meist erst wirklich aus dem Quark, wenn du das Gefühl hast, dass er fast brennt!”
“hm … ja … fünf vor zwölf eben, oder?”
Der Traumfänger schmunzelt leise vor sich hin.
“Fünf vor zwölf …nee …alte Zeit … wann verstehen die Menschen endlich, dass es nur den einen Moment gibt?”