… der Advent … die Zeit, in der die Menschen das Licht hereinlassen und Kerzen entzünden … erst die eine, dann die zweite, dann die dritte, dann die vierte – dann kommt das Christkind und danach ist alles wieder vorbei … bis es im nächsten Jahr wieder von vorn beginnt …

Ich selber kann mit all dem von Jahr zu Jahr weniger anfangen. Das WeihnachtsMärchen wird für mich immer mehr zum WeihnachtsMärchen und das Kind in der Krippe immer weniger wichtig. Mir tut es um all die Tannen leid, die Jahr für Jahr gewachsen sind, um einige wenige Tage für die Menschen in ihren Wohnzimmern zu leuchten – und nachdem der Festbraten verdaut ist landen sie achtlos im Straßengraben. Ich weiß, das ist nicht überall so.

Für mich selber sind Kerzen an keine Jahreszeit gebunden – und gar nicht an bestimmte Wochen. Für mich sind grüne Zweige in der Wohnung an keine Jahreszeit gebunden – ich finde sie oftmals im Wald und nehme sie mit – oder ich frage eine Tanne, eine Fichte oder eine Kiefer, ob sie mir einen Zweig schenkt, mit dem ich mein Zuhause schmücke. Und wenn das Holz trocken ist, kann ich es zu Räuchergut werden lassen …

Für mich sind die bzw. unsere Weihnachtswerte nicht an Weihnachten gebunden – sie sind für mich immer alltäglicher geworden – die Liebe, das liebevolle Miteinander und Füreinander – die Stille – die Freude – das Singen – das Backen mit Gewürzen – der liebevolle Blick in den Schein einer Kerze hinein … die Dankbarkeit für das, was ist – der Segen, der über meinem Leben liegt, wenn ich ihn in meinem Leben willkommen heiße. Die Freude am Sein – das Entdecken der wunderbaren Geschenke, die jeder Tag für mich bereithält und hat, wenn ich sie wahrnehme – auch in Zeiten wie diesen. Die Schöpferkraft, die in mir schlummert und gerne mit mir durchgehen mag – für eine immer liebevollere Welt … all das beginnt immer zuerst in mir … immer.

“Und das Kind in der Krippe?” fragst du mich nun vielleicht. Ja – das Kind in der Krippe, das der Welt Heil und Frieden bringen soll. “Hm – tragen wir alle dieses Kind nicht in uns – sind wir nicht auch göttliche Kinder, wundervolle Wesen, die aus sich heraus in der Lage sind, Heilung und Frieden in unsere Welten zu bringen?” antworte ich dir. “Ist es nicht an uns und in uns, unsere kleine Welt Tag für Tag – also an allen Tagen und in unserem Alltag liebevoll leuchten zu lassen? Sie bewusst zu einer Oase der Liebe werden zu lassen? Dabei müssen wir uns selber von allem erlösen und lösen, was wir nicht mehr (er)leben wollen … wir – nicht das Kind in der Krippe.”

Es liegt in uns und an uns – meine zumindest ich.